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Gesunder Pferdemagen: So beugst Du Magenprobleme effektiv vor

Veröffentlicht am 20. März 2026

Lesezeit Minuten

Fachlich geprüft von

HYPONA

Der Magen deines Pferdes ist ein sensibles Organ. Anders als beim Menschen produziert er rund um die Uhr Magensäure – unabhängig davon, ob dein Pferd gerade frisst oder nicht. Wird diese Säure nicht ausreichend durch Futter gepuffert, kann es zu Reizungen der Magenschleimhaut kommen. Verdauungsstörungen, Kotwasser, Leistungseinbussen oder sogar Magengeschwüre können die Folge sein.

Die gute Nachricht: Mit einer durchdachten Fütterung und einem angepassten Management kannst Du vielen Problemen effektiv vorbeugen. In diesem Beitrag erfährst Du, wie der Pferdemagen funktioniert, welche Risikofaktoren Du kennen solltest und wie Du dein Pferd gezielt unterstützen kannst.

Warum der Pferdemagen so empfindlich ist

Der Magen eines Pferdes ist im Verhältnis zur Körpergrösse klein und fasst nur etwa 8 bis 15 Liter. Gleichzeitig ist er darauf ausgelegt, nahezu kontinuierlich kleine Mengen Futter aufzunehmen. In freier Wildbahn frisst ein Pferd bis zu 16 Stunden täglich.

Im Stall sieht das oft anders aus:

  • Lange Fresspausen
  • Grosse Kraftfutterportionen
  • Stress durch Training oder Rangordnung
  • Wenig Bewegung

All das kann das empfindliche Gleichgewicht im Magen stören.

Häufige Ursachen für Magenprobleme

Verdauungsprobleme entstehen selten über Nacht. Meist sind es mehrere Faktoren, die zusammenwirken:

  • Zu wenig Raufutter
  • Zu grosse Kraftfuttergaben
  • Hoher Stärke- oder Zuckergehalt
  • Plötzliche Futterumstellung
  • Stress (Transport, Turnier, Stallwechsel)
  • Unregelmässige Fütterungszeiten
  • Gewisse Medikamente

Raufutter – die wichtigste Grundlage

Weisses Pferd frisst Heu

Ein gesunder Pferdemagen braucht vor allem eines: ausreichend Raufutter. Heu stimuliert die Speichelproduktion, und Speichel wirkt als natürlicher Säurepuffer.

Achte auf:

  • Mindestens 1.5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht und Tag
  • Möglichst kurze Fresspausen (maximal 4 Stunden)
  • Gute Heuqualität

Besonders vor dem Training sollte dein Pferd Heu gefressen haben. Ein „leerer“ Magen ist deutlich anfälliger für Säureschäden.

Kraftfutter sinnvoll einsetzen

Pferdebesitzerin bereitet ihrem Pferd ein Kraftfutter-Müsli mit Karotten zu

Grosse Kraftfuttermengen erhöhen das Risiko für Magenprobleme. Kraftfutter wird weniger stark gekaut als Heu und entsprechend weniger eingespeichelt, wodurch die Magensäure auch weniger gepuffert wird. Grosse getreidelastige Portionen bleiben ausserdem länger im Magen und können Gärungen verursachen.

Deshalb gilt:

  • Mehrere kleine Portionen statt einer grossen
  • Stärke- und Zuckeranteil im Blick behalten
  • Energie wenn möglich über Faserquellen ergänzen
  • Vor der Kraftfuttergabe Heu füttern, damit mehr Speichel produziert und der Magen besser gepuffert wird (das gilt übrigens auch für den Weidegang; vor und nach der Weide sollte Heu gefüttert werden – Kraftfutterportionen idealerweise erst ganz am Schluss).

Bei besonders magenempfindlichen Pferden macht eine getreidefreie Fütterung Sinn. Produkte wie das HYPONA Optimal-Free, das St. Hippolyt Sturktur E getreidefrei oder auch das AGROBS AlpenGrün Müsli können hier je nach Arbeitsintensität eingesetzt werden.

Spezielle Zusätze wie das HYPONA-GastroPerfect können ausserdem helfen, die Magengesundheit zu unterstützen und können je nach Produkt kurweise oder permanent in die Fütterung integriert werden.

Stress reduzieren – auch für den Magen

Reiterin kniet auf der Weide und füttert ein Pferd ruhig aus der Hand

Stress wirkt sich direkt auf die Magengesundheit aus. Rangordnungsdruck, lange Transporte oder intensives / nicht dem Pferd angepasstes Training erhöhen die Säureproduktion.

Wichtig sind:

  • Feste Tagesabläufe
  • Ausreichend Sozialkontakt
  • Genügend Bewegung
  • Ruhige Fütterungssituation
  • Dem Pferd angepasstes Training

Auch Turnierpferde profitieren von einer stabilisierenden Fütterung in belastenden Phasen.

Futterumstellungen langsam gestalten

Der Verdauungstrakt deines Pferdes braucht Zeit, um sich anzupassen. Jede Umstellung sollte über mindestens 7 bis 10 Tage erfolgen.

Das gilt für:

Langsame Anpassung reduziert das Risiko von Koliken, Durchfall oder Kotwasser deutlich.

Mineralstoffe und Spurenelemente nicht vernachlässigen

Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Selen spielen eine wichtige Rolle für:

  • den Schutz der Magenschleimhaut
  • den Zellschutz
  • das Immunsystem

Eine Unterversorgung kann die Regeneration der Magenschleimhaut beeinträchtigen. Ein abgestimmtes Mineralfutter wie HYPONA-Minevita kann helfen, Versorgungslücken gezielt zu schliessen.

Warnsignale ernst nehmen

Pferd gähnt häufig als mögliches Warnsignal

Nicht jede Magenproblematik zeigt sich sofort dramatisch.

Achte auf:

  • Vermehrtes Gähnen
  • Unruhe beim Gurten / Satteln
  • Leistungsabfall
  • Unruhe beim Putzen
  • Verändertes Fressverhalten
  • Wiederkehrendes Kotwasser

Die Symptome können von Pferd zu Pferd stark variieren. Wichtig ist, dass Du dein Pferd regelmässig genau beobachtest, um schnell feststellen zu können, falls sich im Verhalten etwas verändert.

Ein Beispiel: Dein Pferd hat das Kraftfutter immer gerne und an einem Stück gefressen. Jetzt frisst es das Kraftfutter nur noch widerwillig oder macht sogar zwischendurch Pausen und frisst Heu, bevor es mit dem Kraftfutter weitermacht. Das kann ein Anzeichen für Magenprobleme sein.

Frühzeitiges Handeln verhindert oft schwerwiegendere Probleme.

Ganzheitlicher Blick auf die Fütterung

Ein gesunder Pferdemagen entsteht nicht durch ein einzelnes Produkt, sondern durch ein Gesamtkonzept:

  • Strukturreiche Ration
  • Bedarfsgerechte Energiezufuhr
  • Angepasste Mineralstoffversorgung
  • Stressarmes Management

Produkte wie HYPONA-GastroPerfect zur Unterstützung der Magengesundheit oder HYPONA-Leinsamen zur Lieferung wertvoller Schleimstoffe können sinnvoll integriert werden – immer abgestimmt auf den individuellen Bedarf deines Pferdes.

Fazit: Vorbeugen ist besser als behandeln

Der Magen deines Pferdes arbeitet rund um die Uhr. Mit ausreichend Raufutter, angepasster Kraftfuttermenge, stressfreier Umgebung und einer durchdachten Mineralstoffversorgung kannst Du das Risiko für Magenprobleme deutlich reduzieren.

Ein ganzheitlicher Ansatz – kombiniert mit hochwertigen Futterkomponenten und gezielter Ergänzung – sorgt dafür, dass dein Pferd leistungsbereit, entspannt und gesund bleibt.

Ein gesunder Magen ist die Basis für ein gesundes Pferd.

4.9/5 aus 39 Bewertungen

Benjamin von HorseDeal

Benjamin ist Gründer von HorseDeal - das Parship für den Pferdesport. Gemeinsam mit einem begeisterten, internationalen Team arbeitet er daran, das Matching zwischen Reiter:in und Pferdebesitzer:in einfacher, sicherer und nachhaltiger zu gestalten. Im HorseDeal-Blog liegen seine Schwerpunkte bei Themen wie Fütterung, Gesundheit und praxisnahem Pferdewissen. Seine Begeisterung für Pferde begann mit seiner ersten Reitbeteiligung, Aramis. Diese Erfahrung weckte nicht nur sein Interesse an Pferden, sondern auch an den besonderen Beziehungen zwischen Mensch und Tier.

Quellenangaben

HYPONA. (o. J.). Raufutter. https://www.hypona.ch/de/fuetterungskonzept/verdauungsstoerungen (abgerufen am 05. März 2026).